Wo finde ich Probanden für meine Online-Umfrage?

Veröffentlicht am 24.09.2018 von ayudo_oliver

Wo finde ich Probanden für meine Online-Umfrage?

Der Fragebogen steht, das Tool für Online-Umfragen gefunden, die Umfrage ist gestartet und bereit Daten zu sammeln. Was nun? Woher bekomme ich die Probanden?…

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Diese Fragen stellen sich alle Studierenden, die sich mit einer empirischen Arbeit befassen. Lieder gestaltet sich die Probandenakquise für die allermeisten Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten schwieriger als gedacht. Mit diesem Aufsatz möchte ich deshalb Ihnen helfen, Probanden für Ihre Umfrageprojekte zu finden und so zum Erfolg Ihrer Studienarbeit beitragen. Unterstehend nenne und erläutere ich einige wichtige Quellen für die Probandenakquise.

 

In diesem Artikel:

Social Media

Persönliches Kontaktnetzwerk
Facebook-Gruppen Ihrer Hochschule
Gruppen für Probandenakquise

Probandenbörsen
Ihr Betreuer
Panelanbieter

 

Social Media

Den Link zum Online-Fragebogen in Social Media zu posten ist wahrscheinlich die erste Idee, die einem Umfragesteller in Sinne kommt. In der Tat, ist das wahrscheinlich die schnellste Möglichkeit Probanden für Online-Umfragen zu gewinnen. Es gibt viele Wege, wie man in Social Media Probanden akquirieren kann. Für die Studierenden sind jedoch folgende drei insbesondere gut geeignet: 

Persönliches Kontaktnetzwerk
Facebook-Gruppen Ihrer Hochschule
Gruppen für Probandenakquise

Im Folgenden werden diese drei Möglichkeiten näher erläutert.

 

Persönliches Kontaktnetzwerk

Vor Allem lässt sich durch Posts in Social Media das Potenzial des persönlichen Kontaktnetzwerks ausschöpfen. Ein Post auf Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, Xing oder LinkedIn genügt, um alle Kontakte zu erreichen, die man auf der entsprechenden Social-Meida-Plattform hat. Zudem sind die Freunde und persönliche Kontakte sehr viel bereiter Sie in dem wichtigen Moment Ihres Lebens – bei der Erstellung Ihrer Qualifikationsarbeit – zu unterstützen und an Ihrer Online-Umfrage teilzunehmen, als es jemand anderes je sein wird. 

Nutzen Sie deshalb Ihre persönliche Beziehungen aus und posten Sie auf allen Social-Media-Plattformen, auf denen Sie registriert sind, Ihre Bitte um die Teilnahme an Ihrer Online-Umfrage.

Damit diese Bitte besser funktioniert, unterstreichen Sie in Ihrem Post, dass die Teilnahme Ihrer Freunde an der Umfrage für Sie persönlich wichtig ist und dass Sie dafür sehr dankbar wären – diese Argumente verstärken laut der Sozialforschung nachweislich die Hilfsbereitschaft und erhöhen somit die Teilnahmequote. 

Sagen Sie auch, dass Sie für das Teilen Ihres Posts sehr verbunden wären (das ist wichtig, denn ohne die Bitte zum Teilen nur wenige Menschen von sich aus auf die Idee kommen, dies zu tun). 

Vergessen Sie auch nicht, den Link zu Ihrem Online-Fragebogen in dem Post mit zu veröffentlichen (solche peinliche Fehler kommen nicht selten vor).

 

Facebook-Gruppen Ihrer Hochschule

Eine weitere Möglichkeit Umfrageteilnehmer zu finden stellen die Facebook-Gruppen Ihrer Hochschule dar. 

Heutzutage hat jede Universität oder Fachhochschule, jede Fakultät und Studienrichtung sowie viele Einzelfächer eine eigene Facebook-Gruppe. Obwohl diese Gruppen hauptsächlich dem Austausch von Studierenden untereinander über die relevanten Themen ihres Hochschullebens dienen (z.B. Besprechen von Übungs- und Klausuraufgaben, Vermietung vom WG-Zimmer, Nachrichten über in einem Auditorium vergessene Sachen usw.), lassen sich über diese Gruppen durchaus auch Umfrageteilnehmer für Studienprojekte akquirieren.   

Zwar sind Ihre Kommilitonen i.d.R. nicht so hilfsbereit wie es Ihre Freunde sind, sie wissen aber, dass vielen von ihnen ähnliches Bemühen um Probanden bevorsteht und füllen deshalb Ihren Fragebogen aus – in der Hoffnung, dass zu gegebener Zeit jemand auch ihre Fragebögen ausfüllen wird.

Zudem sind solche Gruppen i.d.R. mitgliederstark – die Anzahl an Gruppenteilnehmer beträgt meistens mehrere Hundert bis mehrere Tausend. Wenn wir von der für Online-Umfragen typischen Rücklaufquote von 3% bis 10% ausgehen, können wir sogar im Voraus die erwartete Teilnehmerzahl aus Postings in solchen Gruppen schätzen.

Wenn Sie es also noch nicht gemacht haben, suchen Sie bei Facebook nach Gruppen Ihrer Hochschule und werden Sie ihr Mitglied. Die Suchanfragen können z.B. lauten “TU München”, “Psychologie Uni Göttingen”, “BWL FH Hannover”, “Master Medienwissenschaften Weimar”, “Marketing Uni Siegen” u.ä. Falls Sie nichts gefunden haben, probieren Sie einfach eine andere Kombination von Hochschul-, Studienrichtung- und Fachbezeichnungen – Sie werden definitiv fündig. 

Posten Sie anschließend in diesen Gruppen Ihren Aufruf zur Umfrageteilnahme und warten Sie ab. Im Regelfall kommen die meisten Probanden in den ersten drei Tagen nach dem Posting. Ab dann ist Schluss bzw. man kann nicht mehr viel Rücklauf erwarten. 

Trick, um den Rücklauf zu erhöhen:

In besonders aktiven Gruppen gibt es ein Problem, dass durch viele Beiträge Ihr Post im Gruppen-Newsfeed schnell nach unten rutscht. Dadurch sinkt die Reichweite des Posts – viele Gruppenmitglieder bekommen ihn erst gar nicht zu sehen und können deshalb auf Ihren Aufruf nicht reagieren. 

In solchen Fällen können Sie sich folgenden Tricks bedienen: Sobald Sie merken, dass Ihr Post in der Gruppe zu weit nach unten gerutscht ist, schreiben Sie etwas in die Kommentare zu Ihrem Post (z.B. “up”). Dadurch kommt der Post wieder nach oben – also an den Anfang vom Newsfeed. Dann, um die Manipulation von Anderen zu verbergen, löschen Sie einfach das Kommentar. Der Post bleibt oben.          

Fazit: Durch Posting Ihres Aufrufs zur Teilnahme an Ihrer Online-Umfrage in Facebook-Gruppen Ihrer Hochschule können Sie – je nach Größe der Gruppen – Dutzende bis Hunderte Probanden für Ihre Online-Umfrage gewinnen.

Warnung: Man kann schnell auf die Idee kommen, seinen Aufruf zur Umfrageteilnahme in Facebook-Gruppen anderer Hochschulen zu posten. Dabei ist aber die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Moderatoren dieser Gruppen Ihren Beitrag als SPAM melden und Facebook Ihr Nutzerkonto für eine Zeitlang deaktiviert. Im schlimmsten Fall kann Ihr Nutzerkonto für immer gelöscht werden. Seien Sie also vorsichtig, wenn Sie in fremde Gruppen posten. Am besten sprechen Sie dies vorab mit dem Gruppenmoderator ab.

 

Gruppen für Probandenakquise

Ganz nach dem Motto “eine Hand wäscht die andere” sind in Sozial Media Gruppen entstanden, die speziell für die Probandenakquise bzw. Suche von Umfrageteilnehmer für studentische Umfragen angelegt sind.

M.a.W. besteht der Sinn dieser Gruppen einzig und allein in der gegenseitigen Unterstützung von Umfragesteller: Wer in solche Gruppe seinen Aufruf zur Umfrageteilnahme postet, kann einen guten Rücklauf für seine Umfrage erwarten. Als Gegenleistung hat man dann die moralische Verpflichtung, andere Gruppenmitglieder durch seine Teilnahme an ihren Umfragen zu unterstützten. 

Treten Sie also diesen Gruppen bei und posten Sie dort Ihren Aufruf zur Umfrageteilnahme.

Hier kommt die Liste von Gruppen, in denen Sie gute Chancen haben, viele Probanden einzuwerben  – sortiert in der absteigenden Anzahl von Mitgliedern (Je höher die Anzahl der Mitglieder, desto höher die Rücklaufquote).

Umfragen für Studienarbeiten (7500 Mitglieder*)
Umfragen (4400 Mitglieder*)
Studien suchen Teilnehmer -Studienteilnehmer gesucht & gefunden (+Umfragen) (2000 Mitglieder*) 
Umrfagen Surveys (1500 Mitglieder*)

Umfragen & Online-Experimente – Teilnehmer für empirische Studien finden (1400 Mitglieder*)
Umfragen & Umfrageteilnehmer finden (1300 Teilnehmer*) 
UMFRAGEN – Studienarbeiten – Meinungsforschung (930 Mitglieder*) 
Probanden gesucht (840 Mitglieder*)
Probandenbörse für wissenschaftliche Studien an Hochschulen (Versuchspersonen / Probanden / Studienteilnehmer) (490 Mitglieder*)
Umfragen für Wiwi-Arbeiten von Studenten + Doktoranden (320 Mitglieder*)

*Stand 23.09.2018

Fazit: Die meisten Gruppen für die Einwerbung von Umfrageteilnehmer befinden sich auf Facebook. Auf Xing gibt es nur eine einzige Gruppe, die sich die Akquise von Probanden als Ziel setzt. Bei allen anderen Social-Media-Plattformen habe ich zu diesem Moment keine Gruppen gefunden, die sich explizit mit der Probandenakquise beschäftigen. 

Hinwies: Übrigens, wenn Sie zum Erstellen Ihrer Umfrage QUESTIONSTAR nutzen, können Sie Ihre Online-Umfrage direkt aus dem Tool in Sozial Media veröffentlichen.

 

Probandenbörsen

Eine relativ neue Erscheinung auf dem Gebiet der Probandenakquise stellen die “Probandenbörsen” dar. Dabei handelt es sich um Plattformen, die ähnlich wie zuvor genannten Gruppen für Probandenakquise funktionieren: Man meldet sich auf der Plattform an, veröffentlicht dort den Link zu seiner Online-Umfrage und nimmt dafür an den Umfragen anderer Plattformmitglieder teil. 

Im Gegensatz zu Facebook-Gruppen, haben diese Plattformen die Möglichkeit, die Teilnahme an Umfragen anderer Plattformmitglieder zu verfolgen. Für die Teilnahme an Umfragen andere Plattformmitglieder bekommen Sie Punkte. Diese Punkte können Sie für die Einwerbung von Teilnehmer für Ihre Umfragen verwenden. Je mehr Umfragen anderer Sie unterstützen, desto höheren Rücklauf für Ihre eigenen Umfragen können Sie erwarten.

Kosten fallen auf solchen Plattformen nicht an – zumindest für Studierende und Doktoranden. Deshalb lohnt es sich einen Blick auf diese Plattformen bei der Suche nach Umfrageteilnehmern zu werfen:

Pollpool
Empirio
Thesius 
SurveyCircle

Fazit: Wenn Sie über Social Media nicht genug Probanden gewinnen konnten, versuchen Sie es mir den “Probandenbörsen”. Sie können potenziell Ihnen viele (Dutzende bis Hunderte) Umfrageteilnehmer bringen.

 

Ihr Betreuer

Der Betreuer Ihrer Seminar-, Bachelor-, oder Masterarbeit hat i.d.R. eine hohe Reichweite und kann die Besucher seiner Vorlesungen und Seminare auf Ihre Umfrage aufmerksam machen. Bei einigen Dozenten ist Teilnahme an (Online-)Umfragen sogar Pflicht. 

Deshalb sollten Sie Ihren Betreuer auf jeden Fall danach fragen, ob er Ihre Umfrage unter seinen Studierenden promoten kann. Diese Nachfrage kostet Ihnen nichts. Sie können durch sie nichts verlieren – im schlimmsten Fall bleiben Sie dort wo sie sowieso schon sind. Im besten Fall können Sie aber Hunderte an zusätzlichen Probanden gewinnen.

Was kann Ihr Betreuer konkret machen, um Probanden für Ihre Online-Umfrage zu akquirieren? Im Grunde, das Einzige was Sie von ihm brauchen ist es, dass er den Link auf Ihre Umfrage oder den entsprechenden QR-Code unter seinen Studierenden verbreitet. Dafür kann er den Link und/oder den QR-Code

– im passenden Bereich seiner Webseite veröffentlichen,
– in seinen Vorlesungen und Seminaren zeigen,
– über den E-Mail-Verteiler verbreiten,
– ggf. in seiner Facebook-Gruppe posten.

 

Panelanbieter

Natürlich gibt es Situationen, wenn oben aufgeführte Ratschläge zur Rekrutierung von Probanden  nicht zum gewünschten Ergebnis führen – z.B. wenn Sie Personen mit bestimmten demographischen Charakteristiken in Ihrem Sample haben müssen, die Sie über die “üblichen” Kanäle nicht erreichen können.

In solchen Fällen können Sie sich an die Panelanbieter wenden. Diese Anbieter spezialisieren sich auf der Verwaltung und Pflege von einer hohen Anzahl an Probanden (manche Panels enthalten mehrere Hunderttausend Probanden). Dadurch lassen sich in ihren großen Datenbanken Probanden mit sehr spezifischen Charakteristiken in der erforderlichen Anzahl finden. 

Diese Probanden – genaugenommen die Ausfüllung des Fragebogens durch die Probanden – kann man bei den Panelbetreiber käuflich erwerben. Je spezifischer die Charakteristiken von Probanden, desto teurer ist ein Proband; je mehr Probanden man benötigt, desto günstiger ist ein Umfrageteilnehmer. Die genauen Preise werden meistens individuell für jeden Umfrageprojekt ausgehandelt, dabei gibt es relativ viel Spielraum zum Feilschen. Was am Ende der zu zahlender Betrag sein wird, ist Ihrem Verhandlungsgeschick überlassen. Je nach Besonderheiten und Größe des Samples betragen die Kosten typischerweise zwischen €1,50 und €4,00 pro Proband. In besonders spezifischen Fällen kann ein Proband sogar €10 und mehr kosten.  

Höchstwahrscheinlich werden Sie in Ihrem Studium keine Panelanbieter benötigen, es sei denn Ihr Betreuer legt einen hohen Wert auf die Datenqualität und stellt Ihnen ein Budget für die Probandenakquise zur Verfügung. Das ist an sich ein Zeichen der hohen Bedeutung Ihrer Arbeit und des starken Vertrauens Ihres Betreuers in Ihre Leistung. 

Die Liste der Anbieter, die deutschsprachige Online-Umfrageteilnehmer zu erschwinglichen Preisen anbieten können ist relativ kurz:

ResearchNow
Respondi
Toluna
YouGov
SurveySampling

Eine längere Liste der in Deutschland tätigen Unternehmen, die Probanden-Panels anbieten, finden Sie auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Online-Forschung e.V.

 

Was weiter? Auswertung und Berichte

Nachdem Sie die Daten gesammelt haben, bleibt es noch diese Daten statistisch auszuwerten, Ergebnisse in Form von Tabellen und Diagrammen aufzubereiten und sie in Ihre Studienarbeit zu integrieren. 

Dabei helfen Ihnen statistische Software-Pakete wie SPSS, STATA, SAS, MS Excel, JASPPSPP oder R (die drei letztgenannten sind kostenlos). Sie laden Ihre gesammelten Daten in Ihr Lieblingsprogramm hoch, führen dort Ihre Analysen durch, erstellen dabei die notwendigen Diagrammen und Tabellen.

Diese Schritte können Sie sich in den meisten Fällen ersparen, wenn Sie Ihre Online-Umfrage mit QUESTIONSTAR durchführen. Datenauswertung, Erstellen von Diagrammen, Tabellen und Grafiken ist nämlich Teil dieses Tools. M.a.W. mit QUESTIONSTAR brauchen Sie die zusätzliche Auswertungssoftware nicht. Die Diagrammen, Tabellen und Grafiken lassen sich zudem in alle gängige Office-Anwendungen exportieren. Sie brauchen sie nur per Copy-and-Paste in den Text Ihrer Arbeite übertragen. Besser noch: die Grafiken und Diagrammen werden im nativen Office-Format exportiert, sodass sie die Verbindung zu den unterlegten Daten behalten. D.h. Sie können nicht nur das Aussehen von Diagrammen und Grafiken anpassen, sondern die ihnen zugrunde liegenden Daten beim Bedarf bearbeiten – alles ohne den Word oder Powerpoint zu verlassen.

Letzter Absatz war natürlich unverdeckte Werbung für QUESTIONSTAR. Aber sind das alles nicht tolle Vorteile und nützliche Features?! 🙂

 

Schlusswort

Ich hoffe mit diesem Aufsatz nützliche Tipps gegeben zu haben, die Ihnen bei der Suche nach Probanden für Ihre Online-Umfragen helfen. 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Studienarbeit!

 

 

Prof. Dr. Paul Marx

Datum: 24.09.2018
Autor: Prof. Dr. Paul Marx
Prof. Dr. Paul Marx ist Professor für Marketing an der Universität Siegen und Geschäftsführer von QUESTIONSTAR.